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Walter Gröbchen & Thomas Mießgang
2026 | Milena
ca. 260 Seiten, gebunden
ISBN 978-3-903460-54-6
Kann man die österreichische Popgeschichte in einhundert Songs nachstellen? Man kann. Weil es von Ambros bis Zawinul, von Attwenger bis Yung Hurn, von Udo bis Voodoo Jürgens, von Austropop bis Cloud-Rap, von 1950 bis 2026 genug signifikante Beispiele und denkwürdige Fundstücke gibt, die im kollektiven Gedächtnis des Landes für nachhaltigen Lärm sorgten. Viele dieser Songs sind in den Kanon der lokalen Kulturhistorie eingegangen, manche wurden über die Grenzen hinaus bekannt, andere blieben obskur, umstritten, weniger berühmt denn berüchtigt. Aber alle erzählen eine Geschichte, die weit über den Songtext hinausgeht.
Vom „G’schupften Ferdl“ von Gerhard Bronner & Helmut Qualtinger bis zum Songcontest-Siegeslied „Wasted Love“ von JJ war es ein langer Weg, ein zähes Ringen um eine eigene Sprache im globalen Kraftfeld der Popkultur. Viele Wegmarken blieben – mehr oder minder geschickte – Nachstellungen internationaler Vorlagen, aber es gab auch äußerst originelle und originäre Ton- und Text-Schöpfungen, die mittels Dialekt, dem Aufgreifen von Mitteln der Volksmusik, der Ironie und Parodie oder tollkühner Adoption und Adaption eigene Positionen entwickelten. Das unterscheidet „Die guten Kräfte“ (nach einem Song der legendären Wiener Punk/Neue Welle-Band Chuzpe) vom Gros des Mainstream-Mittelmasses, der Hitparaden und Formatradio-Heulbojen.