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SOFA SURFERS - "Blindside"

Was wiegt die Seele? Träumen Roboter von elektrischen Schafen? Wie tönt die ehemalige „Kaffeehaus-Sound“-Metropole Wien anno 2010? Fragen über Fragen. Hier werden Antworten entworfen. Und gleich wieder verworfen.

Seit ihrem Erstling „Transit“ von 1997 spielen die Sofa Surfers in der Off-Mainstream-Szene auf europäischer Ebene ganz vorne mit. Angesiedelt im Spannungsfeld zwischen Elektronik, Postrock, Breakbeats und Dub, sorgte bereits die allererste Single „Sofa Rockers“ für Aufhorchen, nicht zuletzt durch einen Remix von Richard Dorfmeister (der auch auf den einschlägigen „K & D Sessions“ zu hören ist). Bislang fünf Alben, darunter legendäre Werke wie eben „Transit“ oder „Encounters“ von 2001 (Kollaborationen u.a. mit Sensational, Mark Stewart, Jeb Loy Nichols und DJ Collage), dokumentieren eine stringente, wenn auch quantitativ nicht allzu opulente Tonträger-Historie. Hier gilt noch das alte Reinheitsgebot: Klasse vor Masse.

Für Publikums-Furore und Kritikerbegeisterung standen auch die präzis inszenierten, mit zusätzlichen Licht- und Video-Ebenen von Timo Novotny (Life In Loops / Trains of Thoughts) versehenen Live-Auftritte des Quartetts (das erst später zum Quintett wurde). Wolfgang Schlögl (alias i-Wolf), Markus Kienzl und Wolfgang Frisch veröffentlichten nebenher immer auch Solo-Werke.

Anno 2005 erschien mit dem sogenannten „roten Album“ das bislang letzte Opus der Sofa Surfers, das sich ganz grundsätzlich von den vorherigen unterschied: erstmalig trat hier Sänger Mani Obeya in Erscheinung. Damit war Soul nicht mehr nur als Spurenelement vorhanden, sondern als Basiswirkstoff. „Eine Hardcore-Band nach dem Krach“, so die Sofa Surfers. „Dieser Sound muß sich nicht hinter Effekthascherei verstecken“. Was auch für das vorliegende Album „Blindside“ gilt. Die Formation bringt abermals, zumindest partiell, einen neuen Sound-Entwurf ins Spiel, in dem elektrifizierte Gitarren der natürlichen Wucht der Bass- und Drum-Attacken zusätzliche Dynamik, Dichte und Dringlichkeit verleihen. Das fünfte Album der Band markiert jedenfalls eine weitere Zäsur im dialektisch geradlinigen Zick-Zack-Kurs der Sofa Surfers.

„Entstanden ist „Blindside“ in mehreren Arbeitsprozessen über zwei Jahre hinweg“, so die Band. „Ziel war es, den Bandprozess in all seinen Formen weiter voran zu treiben, ohne dabei auf den elektronischen Ursprung der Sofa Surfers zu vergessen. Die Absicht, Song und Track, Technologie und Bandkollektiv zu verweben und eine eigene Soundästhetik zu kreieren. Ausgangspunkt waren ausgedehnte Sessions im eigenen Studio in Wien, um die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Einflüsse zusammenzuführen. Wir glauben, das ist uns nachdrücklich gelungen.“

Das in Album-Form gegossene Resultat - ein exzellentes Beispiel ist die erste Single „100 Days“ - fängt die Live-Dynamik der Sofa Surfers ein und entwirft in Text und Ton ein Bild unserer heutigen Gesellschaft. Einer zunehmenden Ungewissheit über Identitäten, über zerbrechliche Zweierbeziehungen und unser aller Zusammenleben, über eine durch Maximierungszwang und Gewinnoptimierungssdruck wachsende Skepsis gegenüber einer sich von Krise zu Krise hantelnden Zivilisation. "Trying to see the light, trying to get the light, trying to set the light, trying to free the light..." („Tired Nation“) – es sind Protestsongs ohne die üblichen Protestformeln. Die Band beschreitet weiterhin den Weg der Aufhebung ästhetischer und ideologischer Grenzziehungen, doch sind die Kompositionen noch dichter, die Sounds zwingender, die Lyrics expliziter als beim Vorgänger geraten. „Blindside“ birgt Seelenlärm, der dem Zuhörer regelrecht physisches Mithören (Headbangen, Springen, Mitschreien) abverlangt.

Zuletzt begeisterten die Sofa Surfers durch ihren Soundtrack zum Kino-Ereignis „Der Knochenmann“ mit Josef Hader und Birgit Minichmayr. Das Quintett steuerte zu bislang jeder Verfilmung der Wolf Haas-Vorlagen rund um den fiktiven Privatdetektiv Simon Brenner die Tonspur bei. Ein weiterer Brenner-Film ist bereits in Planung. Garantiert wieder an Bord: die Sofa Surfers, die best-eingeführte, best-geführte und beste Elektro-Dub-Rock-Institution zwischen Wien und Berlin.

Auch der erste Film des Kollektivs mit ihrem Visualisten Timo Novotny erreichte mehr Filmfestivals als das Original. Aus Glawoggers Megacities wurde ein Filmremix: "Life in Loops". Ein neuer Film des Kollektivs ist bis 2011 geplant. "Trains of Thoughts" (Gedankengänge) ist ein Dokumentarfilm über parallele Erlebnis-welten, der Gedanken in verschiedenen U-Bahn-Systemen weltweit gegenüberstellt und überblendet. Winston Churchill: „We shape the things we build, and forevermore they shape us.”


Das Album "Blindside" wird am 26.03.2010 veröffentlicht.

Zitate zu "Blindside":

"Der Sound ist sowieso ein Vergnügen, wenn im ersten Track der glasklare Bass losrockt, weiß man schon, wo man daheim ist. Eine der besten österreichischen Bands!" (Planet.tt)

"Aus ihrer Ruhe gewinnen die Sofa Surfers eine enorme Kraft." (Sebastian Fasthuber, Now!)

"Sich zu verstellen war nie die Sache der Sofa Surfers. Sie haben es auch nicht nötig. Sie sind freundliche, reflektierte, engagierte Menschen, die außergewöhnliche, komplett eigenständige Musik machen. Gut, dass es sie gibt." (Fredi Themel, Now!)



Gefördert durch:

departure



  SOFA SURFERS - "Blindside"

Label: Monoscope Productions
Katalognummer: MPCD 01-2010
Vertrieb: Rough Trade

Promotion:
AUT Eileen Zirzow
GER Constanze Pfeiffer

VÖ : 26.03.2010

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Audio Sample, "Heavy Water"
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Audio Sample, "100 Days"
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