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Radiokulturhaus

Live @ RKH: ROEDELIUS am 21.03.2006

Eine RadioKulturhaus-Reihe mit neuer Musik aus Österreich, präsentiert von ONE


Schon der Versuch, einen groben Überblick über das mittlerweile fast vierzigjährige Schaffen des Protagonisten zu gewinnen, scheint ein hoffnungsloses Unterfangen. Über einhundert offiziell erschienene CDs sind es, solo oder in verschiedensten Gruppen und Gruppierungen. Darunter so klingende Namen wie Kluster/Cluster oder Harmonica, die jedem Kenner der deutschen Pop-Historie als visionäre Beispiele für „Krautrock“ dienen (ohne je aber partout die Klischees dieses Genres bedienen zu wollen und bedient zu haben). Namen, die zwangsläufig in jenem Kontext fallen müssen, fallen auch hier: Brian Eno, Holger Czukay, Konrad Plank, Dieter Moebius, Konrad Schnitzler, Michael Rother, Peter Baumann. Eine virtuelle Versammlung der wichtigsten Konzeptionisten und Komponisten der Pop-Avantgarde vor ca. 1990. Und, mittendrin, ein tönend stiller Pol: Hans Joachim Roedelius.

Roedelius ist Pionier auf dem Gebiet der Erforschung und musikalischen Verwertung elektrisch generierter und manipulierter Geräusche, Töne und Klänge. Er gehört zu den Vätern der zeitgenössischen, populären, elektronischen Instrumentalmusik. „Ich würde es anders formulieren: Roedelius ist vor allem ein Forscher der Musik – nicht nur der elektronischen – der auf unverwechselbare Weise Klangräume schafft, die sich dem Zuhörer oft nur dann erschließen, wenn er sich den Parametern des Komponisten angleicht.“ (Alexander De Goederen, Skug). Roedelius selbst bezeichnet seine Tonschöpfungen als klingende Literatur, als Philosophie der Hörsphären, als Klangkino oder Horchtheater. „Auch ein Hinweis darauf, dass er Muße einfordert, mehr noch als Bereitschaft.“ (De Goederen)

Roedelius’ umfangreiche Werkliste von über 600 Werken ist verwoben vor allem mit persönlicher Erfahrung. Geboren 1934 im Westteil Berlins, landet er bei Kriegsende in der russisch besetzten Zone. Es folgen Zwangsrekrutierung in die kasernierte Volkspolizei (die spätere NVA), Flucht, Gefängnisaufenthalt, Ausbildung zum Volkspolizisten, Flucht, Gefängnisaufenthalt, Ausbildung zum Krankentherapeuten, Übersiedlung nach Westberlin, dortige Tätigkeit als Masseur. Autodidaktische Annäherung an die Musik vom Aktionismus her. Lange in der Kommunenbewegung engagiert, Aufenthalte in Paris, Barcelona und London, Konzerte und Projekte in fast aller Welt. Seit 1978 lebt Roedelius in der Nähe von Baden in Niederösterreich.

Im Vorjahr machte der legendenbehaftete Künstler mit seinem Projekt „Lunz“ inklusive Remixen und einem feinen, kleinen Festival ausgerechnet in – sic! - Lunz am See von sich hören. Anno 2006 erscheint nun „Works 1968 – 2005“, eine Anthologie in Form einer Doppel-CD, die das komplette Schaffen Roedelius’ umspannt. Prominent ist das Label: Groenland – Herbert Grönemeyers privates (und dabei ungemein erfolgreiches) Avantgarde-Biotop. Der Abend im Radiokulturhaus ist zugleich die Präsentation dieser Verdinglichung und Verdichtung bewegter Jahrzehnte.

Ein erstes, vorsichtiges Resümeé? Was wird uns erwarten? Was dürfen wir erhoffen? „Stille Filmprojektionen mit Beispielen aus Besprechungen, Bildern von Auftritten, Foto- und Videocollagen“ verrät uns Roedlius vorweg. „Auf einer Seite der Bühne der Flügel, in der Mitte ein Tisch mit Blumen, Leselampe und Mikro, auf der anderen Seite Elektronik. Ein Funkmikrofon für Spaziergänge durchs Publikum. Zitate und Querverweise. Und jede Menge Gäste. Mehr sei vorerst nicht verraten“. Der Mann weiß, wie man Spannung orchestriert.


Kartenanfragen unter Tel.: (01) 501 70 377
oder per mail: radiokulturhaus@orf.at



Radiokulturhaus
Sponsoring-/Kooperationspartner:



www.ladezone.at
www.one.at

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PRESSETEXT allgemeine Info.
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PRESSETEXT Info Roedelius
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Fixe Termine:
siehe hier

Beginn: jeweils 19:30 Uhr
Eintritt: EUR 17,- (Vvk)/ 19,- (Ak)
Mit RadioKulturhaus-Vorteilskarte -10% bzw.-30% Ermäßigung

Kartenanfragen unter (01) 501 70 377
oder per mail: radiokulturhaus@orf.at

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Kontakt:
Walter Gröbchen