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Peter Licht

Peter Licht - LIEDER VOM ENDE DES KAPITALISMUS

„Lieder vom Ende des Kapitalismus“ ist Peter Lichts drittes Album und zugleich sein Debüt bei dem Berliner Label Motor Music. Windgetrieben, solarbegeistert und poppig klingen die 13 neuen Lieder und zugleich bersten sie geradezu vor hinterrücks gesetzten Slogans, unbequemen Wahrheiten und federnd vorgetragener Erbauung. Peter Licht beweist sich als unermüdlicher Aneigner auf gleich einer Vielzahl von Instrumenten - der Gitarre, dem Klavier, dem Elektrobass, dem Mehrspurrekorder, aber auch dem Cello, dem Kontrabass, dem Glockenspiel und alten analogen Synthesizern.

Die Lieder von Peter Licht sind Kniefälle vor dem Leben, etwa wenn er in dem Lied »kopfzwischen-sterne« mit ein wenig Extrahall auf der Stimme singt: „Was du nicht kannst ist mehrere Leben führen / Was du nicht kannst ist auf mehreren Schiffen stehen“. Peter Licht surft in mantrahaft sich wiederho-lender Reduktion, seine Texte sind wie die Wellen und das Meer: also für die Ewigkeit, weil die Slo-gans Peter Lichts Absolutheit einfordern.

Das kann man gut hören in einem Song wie „Wettentspannen“, der nicht bloß perfekt von Peter Licht und seinem Produzenten Jochen Naaf arrangierte Musikspuren bietet, die fröhlich rumpelnd zum Tanz auffordern - sondern zudem auch einige absurde, Dada-hafte Slogans, denen man sich nur schwer entziehen kann: „Wer gut aussieht ist besser als jemand der nicht so gut aussieht / Der aber immer noch besser ist als jemand der überhaupt nicht aussieht / Und eigentlich ja schon tot ist / Da kann man nix machen / Wer tot ist geht auf die Nerven / Wer tot ist geht auf die Nerven / Da kann man nix machen.“ Es ist Jahrzehnte her, dass mit deutscher Sprache so spielerisch, so anarchistisch - und so treffend umgegangen wurde, wie Peter Licht in seiner fast schlafwandlerischen Sicherheit.

Alle 13 neuen Lieder vom Ende des Kapitalismus bieten Einblicke in den Peter Licht’schen Kampf gegen Schwerkraft und Relativität. Songs heißen heute „Das absolute Glück“ oder „Unsere Zeit“; im-mer sind Songtitel oder -texte Anmaßungen, Übertreibungen, Schlüsselreize. Peter Licht: „Jeder Slogan hat etwas Holzschnittartiges und Stumpfes und natürlich auch etwas Ungerechtes. Es liegt in der Natur der Slogans, dass sie immer ebenso falsch sind wie sie richtig sind. Damit arbeite ich natürlich, wenn ich ein Album ‚Lieder vom Ende des Kapitalismus’ betitele. Das ist auch ein Slogan, und mit dem gleichen Recht könnte man sagen: Aber der Kapitalismus hat ja gerade erst angefangen. Er ist ja gar nicht zu Ende.“

Peter Licht: „Übertreibung als Stilmittel ist eine tolle Sache. Ich arbeite mit ungerechten Übertreibungen und Verallgemeinerungen oder auch Gleichsetzungen. Wenn ich singe: ‘Wer saufen kann, der kann auch ausschlafen’, dann ist das die Wahrheit.“ Peter Lichts absurde Beweisführung ist tatsächlich schlüssig: „Ich schreibe Lieder unter dem strengen Gesichtspunkt, dass ich die Wahrheit schreibe. Wenn ich einen Text oder auch nur eine Zeile geschrieben habe, stelle ich mir immer und immer wieder die eine Frage: Ist es wirklich, wirklich wahr, was ich da gerade behauptet habe? Das ist der Test, vor dem jedes Wort zittert. Erst wenn ich diese Frage positiv beantworten kann, erst wenn ich die absolute Wahrheit erzähle, arbeite ich auch mit einem Text. Schließlich darf man nicht vergessen: Auch die Sonne kocht nur mit Wasser.“

Peter Licht geht es um maximale Bilder und elementare Gleichungen. „Warum nicht das Größte wollen und einfordern, beispielsweise den Traum vom Fliegen, warum sich mit der Bodennähe zufrieden geben?“, stellt er als Frage in den Raum, um sich die Antwort selbst in einem Song wie »Das ist unse-re Zeit« entwaffnend zu singen: „Ich mochte den Himmel – und der Himmel mochte sich.“

Das Album ist ab dem 28.04.2006 im Handel erhältlich.

Peter Licht
aktuelles Album:
„Lieder vom Ende des Kapitalismus“
Motormusic / Edel

VÖ Album: 28.04.2006

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18.05.06 - Peter Licht LIVE zu Gast bei Harald Schmidt um 22:45 Uhr auf ARD!
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Georg Rosa